Partizipative Kulturprojekte: Theoretischer Rahmen und Modellierung
In: Nationaler Kultur-Dialog (Hg.): Handbuch Kulturelle Teilhabe, Seismos: Bern 2019

Partizipative Kulturprojekte zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich auf konkrete gesellschaftliche Phänomene beziehen und diese in einem (zumeist) lokalen Kontext unter Beteiligung ziviler Personengruppen verhandeln. Ein spezifischer kultureller oder sozialer Ist-Stand wird mittels eines künstlerischen Ereignisses aufgegriffen, das ästhetische Erfahrungsprozesse eröffnet und gängige Wahrnehmungsparameter und konventioneller Interpretationsschemata ins Wanken bringt. Im Doppelpass mit dem Imaginär-Ästhetischen wird dabei ein Raum hergestellt, der zwischen Fakt und Fiktion, zwischen der Welt des Seins und des Möglichen verortet ist. Zivile Personengruppen werden mittels vielfältiger Beteiligungsstrukturen eingeladen, in eine temporäre inszenierte Parallelwelt einzutauchen, die die Basis schafft, individuelle und kollektive Aushandlungsprozesse über Phänomene unserer Lebensumwelt in Gang zu setzen.
(Auszug Texteinleitung)

 

Handbuch Kulturelle Teilhabe, Bern 2019